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Wie wandert man nach Finnland aus?

Finnische Flagge auf Suomenlinna
Die finnische Natur blüht im Sommer. Suomenlinna, eine UNESCO-Welterbestätte, ist in Helsinki ein beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen.

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Sind Sie neugierig auf das Leben und Arbeiten in Finnland, dem glücklichsten Land der Welt? Wir haben die wichtigsten Informationen zur Einwanderung nach Finnland zusammengestellt. Lesen Sie den Artikel, um die Grundlagen des finnischen Einwanderungssystems zu verstehen.

Auswandern nach Finnland

Wir erhalten oft Anfragen, wie man nach Finnland auswandert. Das hat einen einfachen Grund: Wir sind Finn-Pinoy (Finnoy) Reiseblogger mit Sitz in Helsinki, Finnland. Einige unserer Leser fragen regelmäßig nach den finnischen Einwanderungsanforderungen. Der Übersichtlichkeit halber haben wir die wichtigsten Fakten hier in einem Artikel gebündelt. Wir hoffen, dass er viele Fragen klärt, aber wir können keine persönliche Einwanderungsberatung leisten.

Finnischer Reisepass
Finnland verfügt gemeinsam mit einigen anderen Ländern über den drittstärksten Reisepass der Welt. Ein finnischer Reisepass ermöglicht visumfreie Einreise in 189 Länder.

Das glücklichste Land der Welt

Finnland wurde seit vielen Jahren in Folge als das glücklichste Land der Welt ausgezeichnet – ein Grund, warum viele hierher ziehen möchten. Bevor du die Koffer packst, ist es gut zu verstehen, was Glück aus finnischer Sicht bedeutet.

Glück heißt nicht, dass Finn:innen täglich feiern oder nur das tun, worauf sie Lust haben. Finnland hat einen langen, kalten und dunklen Winter. Im Sommer ist das Wetter besser, doch ein tropisches Paradies ist Finnland nicht. Wer aus den Tropen kommt, braucht oft Zeit, um sich an die Extreme zu gewöhnen. Freundschaften zu schließen dauert ebenfalls, denn Finn:innen sind weniger offen als Menschen in Südeuropa.

Glück bedeutet ein stabiles und sicheres Leben. Nahezu kostenlose Gesundheitsversorgung und Bildung sind nur zwei Beispiele dessen, was Finnland seinen Bewohnern bietet. Unabhängig vom Einkommen wirst du versorgt, auch wenn du es selbst einmal nicht kannst. Die soziale Absicherung ist so gut, dass selbst Arbeitslose sich um die Existenz ihrer Familien nicht sorgen müssen. Einen Arztbesuch kannst du dir immer leisten – und hast noch Geld, um die Freizeit zu genießen.

Finnland ist dünn besiedelt, mehr als 70 Prozent des Landes sind bewaldet, dazu kommen über 100.000 Seen. Die Luft ist sauber; einen Platz in der Natur zum Abschalten und Beerenpflücken findest du in wenigen Minuten. Zum Beispiel sind die Nationalparks Nuuksio und Repovesi perfekte Orte zum Entspannen im Sommer. Im Vergleich zu vielen anderen westlichen Ländern ist das Leben in Finnland und den übrigen nordischen Ländern entspannt.

Die Gehälter in Finnland sind gut genug, um etwas zu sparen und das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu genießen. Die Steuern sind hoch, doch die Menschen zahlen sie gern für eine sichere, verlässliche und gepflegte Umgebung.

PRO TIP
Neugierig auf kleinere Städte in Finnland? Schau dir unsere Beiträge zu Porvoo, Rauma und Hanko an.

Teil des Schengen-Raums

Finnland ist einer von 27 Schengen-Staaten. Das Schengen-Abkommen schuf einen grenzenlosen Raum zwischen teilnehmenden europäischen Ländern und erlaubt die freie Bewegung von Personen und Waren. Reisende können sich zwischen Finnland und anderen Schengen-Ländern frei bewegen, ohne Pass/Visumkontrollen oder Grenzübertritte. Schengen ist nicht dasselbe wie die Europäische Union, und nicht alle EU-Länder sind Teil des Schengen-Abkommens.

Unterschiede zwischen finnischem Visum und Aufenthaltstitel

Der Hauptunterschied zwischen einem finnischen Visum und einem Aufenthaltstitel liegt in Zweck und Dauer des Aufenthalts. Ein Visum erlaubt die Einreise nach Finnland für einen bestimmten Zweck und Zeitraum, zum Beispiel für Tourismus, Geschäftliches oder ein Studium. Visa gelten in der Regel für kürzere Aufenthalte, meist bis zu 90 Tage innerhalb von sechs Monaten.

Ein Aufenthaltstitel hingegen berechtigt dazu, länger in Finnland zu leben. Solche Titel werden für verschiedene Zwecke erteilt, etwa Arbeit, Familienzusammenführung, Studium oder andere besondere Umstände. Sie erlauben einen Aufenthalt für einen festgelegten Zeitraum, der bei Bedarf verlängert werden kann.

Sowohl Visa als auch Aufenthaltstitel können je nach Typ eine Arbeitserlaubnis umfassen. Es ist wichtig, die Bedingungen genau zu verstehen, bevor du den Antrag stellst. Wenn es um Auswanderung nach Finnland geht, sprechen wir vor allem über Aufenthaltstitel.

Finnland besuchen

Manche möchten vor der Auswanderungsentscheidung erst Urlaub machen oder einen Stopover in Finnland einlegen. EU-Bürger können Finnland ohne Visum oder Aufenthaltstitel besuchen, dort leben und arbeiten. Wer ein Schengen-Visum eines anderen Schengen-Staates besitzt, kann für kurze touristische Aufenthalte ebenfalls nach Finnland reisen.

Staatsangehörige bestimmter Länder dürfen Finnland für bis zu 90 Tage zu touristischen Zwecken visumfrei besuchen.

Alle, die nicht in diese Kategorien fallen, müssen für einen Besuch in Finnland ein finnisches Visum oder einen Aufenthaltstitel beantragen.

legally
Schengen-Visum für Finnland
Für Staatsangehörige von Drittstaaten ohne Visaliberalisierungsabkommen mit den Schengen-Mitgliedstaaten ist ein Schengen-Visum erforderlich. Wenn Sie mit einer fortlaufenden Aufenthaltserlaubnis vier Jahre ununterbrochen in Finnland gelebt haben, können Sie eine permanente Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Studieren in Finnland

Der einfachste Weg nach Finnland ist über ein Studium an einer finnischen Bildungseinrichtung. Zuerst musst du einen Studienplatz bekommen und die erforderlichen Studiengebühren zahlen. Außerdem musst du finanziell abgesichert sein, um deine Lebenshaltungskosten zu decken. Mit einem Studentenvisum darfst du arbeiten, allerdings nur im vorgegebenen Umfang, denn das Visum ist primär fürs Studium gedacht. Studieren in Finnland lohnt sich: Die Ausstattung ist hervorragend und die Ausbildung von hoher Qualität. Finnland gilt als eines der Länder mit dem besten Bildungssystem der Welt.

Straße 1 in Finnland
Finnland ist ein waldreiches Land mit vielen Seen.

Nach dem Abschluss kannst du eine Verlängerung deines Aufenthaltstitels beantragen, um in Finnland zu bleiben und eine Arbeit zu suchen oder ein Unternehmen zu gründen. Hast du bereits einen Job, kannst du einen arbeitsbasierten Aufenthaltstitel beantragen. Als Arbeitssuchende:r hast du gute Chancen, wenn du die Anforderungen erfüllst. Bist du Staatsbürger:in eines EU-Mitglieds, eines nordischen Landes, Liechtensteins oder der Schweiz, benötigst du keinen Aufenthaltstitel für Finnland.

Nicht-EU-Bürger müssen an finnischen Universitäten Studiengebühren zahlen. Ein Stipendium, das die gesamte Gebühr abdeckt, ist möglich, setzt jedoch eine sehr gute Bewerbung voraus. Die Gebühren liegen meist etwas über 10.000 Euro pro Jahr; einige Fachrichtungen sind ausgenommen.

Auch bei kostenlosen Studien oder mit Stipendium brauchst du für das Studentenvisum rund 6.500 Euro pro Jahr an Lebensunterhalt.

PRO TIP

Universitäten

Für ein kleines Land hat Finnland überraschend viele Universitäten. Die internationalsten sind in der Hauptstadtregion die Universität Helsinki und die Aalto-Universität.

Fachhochschulen

Du kannst auch an Fachhochschulen studieren, von denen es in Finnland viele gibt. Der Abschluss ist in der Regel ein Bachelor; ein anschließendes Masterstudium an einer klassischen Universität ist möglich. Zum Beispiel schließen Pflegekräfte an Fachhochschulen ab.

Arbeiten in Finnland

Das finnische Recht regelt, wer einreisen und in Finnland arbeiten darf. Als Bürger:in eines EU-Landes kannst du frei nach Finnland ziehen. Es gibt etwas Bürokratie, doch nichts, was die Mobilität innerhalb der EU einschränkt. EU-Bürger dürfen unmittelbar nach Ankunft ohne Arbeitserlaubnis arbeiten. Du brauchst eine Steuerkarte vom Finanzamt; dein Arbeitgeber kann das Verfahren manuell oder elektronisch anstoßen. Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz sind keine EU-Mitglieder, ihre Staatsangehörigen werden jedoch wie EU-Bürger behandelt.

Philippinische Pflegeabsolventen
Ceasar mit philippinischen Pflegekräften bei ihrer Abschlussfeier 2016. Philippinische Pflegekräfte standen Anfang 2019 in den sozialen Medien im Fokus, als der damalige Außenminister Timo Soini in seinem Blog schrieb:

Komplexer wird es, wenn du als Nicht-EU-Bürger von außerhalb der EU nach Finnland ziehen möchtest. Es gibt viele Arten von Aufenthaltstiteln; verlasse dich auf offizielle Quellen. Mehr dazu beim Finnish Immigration Service (Migri).

Arbeiten in Finnland als Nicht-EU-Bürger

Um in Finnland zu arbeiten, brauchst du einen Job – also einen Arbeitgeber. Nicht-EU-Bürger haben oft gute Chancen in gefragten Berufen oder als hochqualifizierte Fachkräfte. So werden beispielsweise kontinuierlich Köchinnen/Köche und Pflegekräfte gesucht; viele Filipinos und Nepalesen arbeiten bereits in diesen Bereichen. Das Gesundheitswesen ist einer der leichtesten Einstiege in den finnischen Arbeitsmarkt. IT-Unternehmen stellen laufend Talente wie Programmierer ein. Besonders aus Indien, China, Vietnam und anderen Ländern kommen immer mehr IT-Fachkräfte. Lies die offiziellen Informationen auf der Website des Finnish Immigration Service.

Rathaus von Helsinki
Die Stadt Helsinki ist der größte Arbeitgeber in ganz Finnland. Die Stadt beschäftigt Tausende ausländische Beschäftigte.

In der Regel unterstützt dich dein künftiges Unternehmen beim Visumsprozess. Es gibt auch ausländische Agenturen, die bei der Auswanderung nach Finnland helfen. Hier ist Vorsicht geboten. Recherchiere gründlich die Rechtmäßigkeit und Seriosität solcher Angebote, bevor du Zeit, Mühe und Geld investierst.

In Finnland kannst du den Behörden vertrauen. Bitte hol dir Hilfe, wenn du ausgenutzt wirst.

PRO TIP

Fast Track für Spezialist:innen, Unternehmer:innen und Familienangehörige

In Finnland gibt es einen Fast Track für Senior Specialists, Gründer:innen von Wachstumsunternehmen und ihre Familienangehörigen, um rasch einen Aufenthalts- und Arbeitstitel zu erhalten. Das nennt sich Nationales Visum D.

Der Fast-Track-Aufenthaltstitel wird online beantragt und bezahlt; die Entscheidung erfolgt in 14 Tagen, vorausgesetzt, alle Unterlagen liegen sofort vor. Zusätzlich musst du deine Identität nachweisen und Fingerabdrücke an einer Servicestelle abgeben. Auf die Karte musst du im Ausland nicht warten – du erhältst sie bei Ankunft in Finnland.

Saisonarbeitskräfte

Wenn du weniger als 12 Monate in Finnland arbeiten möchtest, brauchst du ein Visum oder einen Aufenthaltstitel für Saisonarbeit. Familienmitglieder können hierfür keinen Aufenthaltstitel über Familienbeziehungen beantragen. Saisonarbeit ist meist mit Landwirtschaft und Tourismus verbunden.

Visum für digitale Nomaden

Finnland bietet kein spezielles Visum für digitale Nomaden an. Außerdem ist es gesetzlich nicht erlaubt, während eines touristischen Aufenthalts oder einer visumfreien Einreise remote in Finnland zu arbeiten.

Bist du Bürger:in der EU oder des EWR, kannst du bis zu drei Monate ohne Einschränkungen als digitale:r Nomad:in in Finnland leben. Danach musst du deinen Aufenthalt beim örtlichen Amt registrieren, um weiterhin in Finnland zu wohnen.

Andere Arbeitsvisa sind verfügbar, richten sich aber nicht an digitale Nomaden.

EMPFEHLUNG
Rufe für offizielle Einwanderungsinformationen immer migri.fi auf.

Familienbezogene Einwanderung

Wenn du zu einem in Finnland lebenden Familienmitglied ziehen möchtest, brauchst du einen Aufenthaltstitel auf Basis familiärer Bindungen. Wie erwähnt, kannst du ohne Aufenthaltstitel nur mit einem Touristenvisum maximal 90 Tage bleiben. Wenn du bereits in Finnland lebst und Familienangehörige nachholen willst, musst du gegenüber Migri nachweisen, dass du deine Familie finanziell unterstützen kannst oder dass dein/e Angehörige:r in Finnland Arbeit hat. Deshalb ist eine stabile finanzielle Situation wichtig, zum Beispiel ausreichende Ersparnisse. Dein/e Angehörige:r beantragt dann einen familienbezogenen Aufenthaltstitel.

PRO TIP

Wie finde ich einen Job in Finnland?

Oft werden wir gefragt, wie man in Finnland einen Job findet. Wenn du außerhalb der EU lebst, empfehlen wir diese Schritte:

Bewerte deine vorhandenen Fähigkeiten und überlege, was du in Finnland machen möchtest.

Finde heraus, ob für deinen Beruf Finnischkenntnisse erforderlich sind. Falls ja, ist der einfachste Weg oft über eine Agentur mit Sprachkursen. In vielen Tech-Jobs reicht Englisch.

Wenn du auf Englisch arbeiten willst, kontaktiere internationale Unternehmen, die Spezialist:innen suchen. Konzentriere dich auf Firmen, die gezielt hochqualifizierte Fachkräfte mit deinen Skills brauchen.

Wenn ein Unternehmen dich einstellen möchte, führt es dich durch den Einwanderungsprozess.

Fehlen dir noch die nötigen Qualifikationen, denke über ein Studium in Finnland nach – oder prüfe, ob Familiennachzug infrage kommt.

Lebst du bereits in Finnland und hast eine Arbeitserlaubnis, ist die Jobsuche einfacher als aus dem Ausland. Offene Stellen findest du zum Beispiel im staatlichen Arbeitsmarktportal Finnlands oder du kontaktierst Unternehmen direkt. Üblich sind ein oder mehrere Vorstellungsgespräche und meist eine Probezeit von 4–6 Monaten.

Sprachanforderungen

Für viele Berufe in Finnland sind Finnisch- oder Schwedischkenntnisse erforderlich. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, hat es in manchen Bereichen schwer, Fuß zu fassen. Ärzt:innen oder registrierte Pflegekräfte brauchen beispielsweise ausreichende Sprachkenntnisse. Valvira, die Nationale Aufsichtsbehörde für Wohlfahrt und Gesundheit, verlangt für diese Gesundheitsberufe fortgeschrittene Sprachkompetenz, um in Finnland arbeiten zu dürfen.

Philippinische Einwanderer in Finnland beim Badminton
Ceasar spielt in Helsinki Badminton mit seinen philippinischen Freunden, die als Pflegekräfte arbeiten. Außerdem trat er Badmintonvereinen bei, um Heimweh zu lindern.

Vor allem in der IT sind die Anforderungen an Finnisch/Schwedisch weniger streng. Fließendes Englisch reicht meist aus. Als Expert:in oder Forscher:in ist gutes Englisch ein klarer Vorteil. Viele große Konzerne (z. B. IT- und Technikunternehmen) verwenden Englisch auch im offiziellen Geschäftsverkehr.

Gehälter

Das durchschnittliche Bruttogehalt in Finnland liegt bei fast 3.600 Euro. Laut Statistik verdienen jedoch mehr als 50 Prozent der Beschäftigten weniger. In einkommensschwächeren Gruppen sind 2.000 bis 3.000 Euro pro Monat üblich.

Tipps für die Bewerbung

Alles beginnt mit der Bewerbung. Nimm dir dafür Zeit. Beschreibe deine Fähigkeiten ehrlich und prägnant. Niemand möchte fünf Seiten über deine Talente lesen. Privates gehört nicht hinein. Dein Arbeitgeber interessiert sich nicht für Familie, Wehrdienst oder Geburtsort, sondern für deine Fähigkeiten und Teamarbeit.

Vermeide Copy-Paste-Bewerbungen. Übertreibe nicht. Eine ehrliche, persönliche Bewerbung bringt dich ins Gespräch – dort kannst du deine Stärken zeigen und einen guten Eindruck hinterlassen. Wenn Finnisch für die Stelle erforderlich ist, lohnt sich eine Bewerbung ohne diese Fähigkeit nicht.

Besteuerung

Finnland ist ein Wohlfahrtsstaat mit guten öffentlichen Diensten und sozialer Absicherung. Das kostet Geld und wird über Steuern finanziert. Entsprechend sind die Steuern, besonders auf Einkommen, bei dem hohen Lebensstandard des Landes hoch.

Je nach Stadt/Gemeinde variieren die Steuersätze. Wie hoch dein Satz ist, hängt stark von deinem Jahreseinkommen ab. Finnland hat ein progressives Steuersystem, das heißt: Je höher das Einkommen, desto höher der Prozentsatz. Der maximale Satz kann bis zu 60 Prozent des Bruttogehalts betragen. Mehr zur finnischen Besteuerung beim Finnischen Finanzamt.

Hohe Steuern finanzieren moderne Infrastruktur, exzellente Bibliotheken, gute Arbeitslosenleistungen, kostenlose Bildung bzw. bezahlbare soziale und Gesundheitsdienste sowie viele weitere gepflegte öffentliche Angebote wie günstige Schwimmhallen und Sportanlagen.

Finnische Staatsbürgerschaft beantragen

Nach mindestens fünf Jahren in Finnland kannst du die finnische Staatsbürgerschaft beantragen. Du brauchst Sprachkenntnisse auf mittlerem Niveau in einer der beiden Amtssprachen, Finnisch oder Schwedisch. Bist du seit mehr als drei Jahren mit einer finnischen Staatsbürgerin/einem finnischen Staatsbürger verheiratet oder in eingetragener Partnerschaft, sinkt die Wohnsitzfrist auf vier Jahre ununterbrochener Aufenthalt. Das finnische Recht erlaubt doppelte Staatsbürgerschaft.

Lebenshaltungskosten in Finnland

Hier sind grobe Schätzungen der Lebenshaltungskosten in Finnland. Nimm die Zahlen nicht zu genau – sie variieren je nach Ort deutlich.

Wohnen zur Miete

Mieten sind in Finnland hoch. Für ein Einzimmerapartment im Zentrum Helsinkis können über 700 Euro im Monat fällig werden. Außerhalb des Zentrums ist es günstiger. Wer außerhalb der Hauptstadtregion lebt, senkt die Kosten weiter. Ein Zwei-Zimmer-Apartment in Turku kann zum Beispiel nur 500 Euro kosten. Steuerlich haben kleinere Gemeinden oft höhere kommunale Sätze als Großstädte mit vielen Einwohnern/Beschäftigten.

Um Netto-Einkommen zu sparen, ist das Zusammenleben mit Familie, Partner:in oder Freund:innen sinnvoll. Geteilte Fixkosten senken die Ausgaben deutlich. Allerdings solltest du gut mit anderen auskommen – Finnland gehört zu den teureren Ländern der Welt.

Der Wohnungskauf ist in Finnland weit verbreitet. Banken vergeben Kredite, die du monatlich tilgst. Langfristig ist Eigentum meist deutlich günstiger als Miete – eine sinnvolle Option, wenn du dauerhaft in Finnland leben willst.

Lebensmittelpreise

Auch Lebensmittel sind in Finnland nicht günstig. Zum Glück gibt es preiswerte Marken. Selbst zu kochen ist fast immer billiger als häufig im Restaurant zu essen.

Ein Fast-Food-Menü kostet etwa 10 Euro. Günstige Restaurants bieten Gerichte ab 20 Euro an. In Restaurants mittlerer Kategorie zahlst du 20–40 Euro pro Gericht, 4 Euro für eine Cola und 8 Euro für ein Bier.

Philippiner beim Essen in einem philippinischen Restaurant in Finnland
Ceasar verbringt nach der Arbeit mit seiner Freundin Glenda Zeit in diesem philippinischen Restaurant in Espoo, Finnland.

Als Zahlungsmittel nutzen wir in Finnland gern die Curve Card.

Weitere fixe Ausgaben

Mit folgenden Kosten musst du in Finnland typischerweise rechnen:

  • Hausratversicherung: 150–300 Euro/Jahr
  • Handytarif: 10–40 Euro/Monat
  • Festnetz-Internet: 5–50 Euro/Monat
  • ÖPNV-Ticket: 40–120 Euro/Monat
  • Strom: 15–100 Euro/Monat
  • Heizung: in den Wohnnebenkosten enthalten
  • Wasser: 25 Euro/Monat/Person
  • Bankgebühren: 0–10 Euro/Monat

Soziale Sicherung

Die finnische soziale Sicherung ist ein umfassendes System, das Einzelpersonen und Familien finanziell unterstützt. Es umfasst zahlreiche Leistungen und Dienste, die Wohlbefinden und sozialen Schutz sicherstellen. Studierende erhalten zum Beispiel Leistungen für Studierende, Personen mit geringem Einkommen Wohnbeihilfe.

Das System basiert auf den Prinzipien Gleichheit, Universalität und Solidarität. Die Finanzierung erfolgt über Steuern sowie Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Es bietet ein Sicherheitsnetz für Arbeitslose, Kranke, Menschen mit Behinderungen oder Rentner:innen sowie für Familien mit Kindern. Fast jede:r erhält im Laufe des Lebens irgendwann Unterstützung.

Ein besonderes Merkmal ist die Betonung von Prävention und frühzeitiger Hilfe. Ziel ist es, das allgemeine Wohl der Menschen und Gemeinschaften zu fördern, nicht nur im Bedarfsfall finanzielle Hilfe zu leisten. Das zeigen Programme und Leistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnhilfe und berufliche Rehabilitation.

Fast alle Einwohner:innen Finnlands können die soziale Sicherung nutzen. Es gibt einige Ausnahmen, etwa für Studierende und Kurzzeitbesucher. Wenn du in Finnland arbeitest, hast du voraussichtlich Anspruch auf Leistungen.

Mehr zur sozialen Sicherung findest du auf der Website von KELA.

Der beste Ort zum Leben in Finnland

Wo es sich in Finnland gut leben lässt, hängt von deinen Vorlieben ab – und natürlich von Arbeits- oder Studienort. Wenn du eine echte Metropole suchst, ist Helsinki die einzige Wahl. Im globalen Vergleich ist der Großraum Helsinki mit rund 1 Million Einwohnern jedoch klein – gleichzeitig aber die urbanste Region Finnlands. Wenn dir kleinere Städte gefallen, sind Turku, Tampere und Oulu ebenfalls gute Optionen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Landleben. Wer sehr aktiv ist, empfindet es dort mitunter als ruhig. Soziale Kontakte zu knüpfen erfordert mehr Einsatz, und das Angebot an Dienstleistungen ist kleiner.

Das Leben auf dem Land passt zu Menschen, die die Natur lieben und Ruhe schätzen. Unberührte Natur gibt es aber auch im Großraum, zum Beispiel in Vantaa. Auch wenn das öffentliche Verkehrsnetz in Finnland gut ist, sind die Distanzen groß. Je weiter du von Helsinki entfernt wohnst, desto mehr Zeit brauchst du für Wege. Auf dem Land ist ein Auto fast unverzichtbar.

Im finnischen Klima zurechtkommen

Finnland liegt so weit nördlich wie Alaska, ist dank Meeresströmungen aber deutlich wärmer. Im Sommer können die Temperaturen bis 30 Grad Celsius steigen, in kalten Wintern sind unter -20 Grad möglich. Selbst unter normalen Bedingungen schwankt das Wetter stark. Im Idealfall ist der Sommer warm und sonnig; es kann aber auch wochenlang kühl, wolkig und regnerisch sein. Das Wetter wechselt schnell – anders als das normale finnische Sommerwetter vermuten lässt. Ähnlich im Winter: Sonnige Tage sind kalt, aber wunderschön und schneereich; bedeckte Tage sind milder, wirken besonders im Süden jedoch dunkler. Verlässliche Vorhersagen sind nur wenige Tage im Voraus möglich.

Am besten kommst du mit passender Outdoor-Kleidung durch die wechselhaften Bedingungen. Wenn das Wetter schön ist, nutze es. An kalten oder nassen Tagen lohnen sich Indoor-Aktivitäten. Heizsysteme sind zuverlässig, innen ist es also immer angenehm. Und wenn es draußen nicht lockt, ist das die perfekte Zeit für einen Spa-Besuch in Helsinki.

Viele Zugewanderte empfinden den Mangel an Sonne als größte Herausforderung. Im Winter zeigt sie sich kaum; die Tage sind nur wenige Stunden lang. Auch der Sommer kann wochenlang verregnet sein. Zum Glück ist es im Sommer fast 20 Stunden hell. Wer aus tropischen Regionen kommt, erlebt einen großen Wechsel – die Eingewöhnung dauert oft Jahre. Eine gute Lösung für mehr Sonne ist ein Flug in den Süden Europas, so haben wir es früher gemacht.

Im Norden ist es im Winter deutlich kälter als in Helsinki, dafür gibt es mehr Schnee – die lappländische Natur zeigt sich dann von ihrer schönsten Seite. Im Sommer sind die Temperaturunterschiede innerhalb Finnlands geringer.

Gibt es Diskriminierung in Finnland?

Wünschenswert wäre es, dass es keine Diskriminierung gäbe – das schreibt auch das finnische Recht vor. Leider existiert sie wie überall. Wir empfehlen, deine Rechte zu kennen. Suche Unterstützung bei den zuständigen Stellen, wenn du sie verletzt siehst. Finnland ist ein sicheres Land. Als Ausländer:in können manche Dinge jedoch schwieriger sein, etwa die Jobsuche. Studien zeigen, dass bei gleicher Qualifikation Bewerber:innen mit finnisch klingenden Namen häufiger eingestellt werden. Die Regierung erwägt deshalb anonymisierte Bewerbungen, bei denen persönliche Daten ausgeblendet werden, um Vorurteile zu reduzieren.

Nachtaufnahme am See
Eine der größten Herausforderungen, denen sich Migrantinnen und Migranten im Ausland stellen müssen, ist die Einsamkeit. Sie verlangt enorme Anpassungen an Klima, Kultur, Sprache und vieles mehr – Faktoren, die maßgeblich zu Depressionen führen können.

Wer neu nach Finnland zieht, spricht anfangs oft wenig Finnisch. Das kann bei der Wohnungssuche zu Benachteiligungen führen: Manche Vermieter lehnen Bewerbungen von Ausländer:innen aus Sorge vor Risiken ab. Freund:innen in Finnland können helfen – ihre Unterstützung erleichtert die Suche.

Manche empfinden Finn:innen zu Beginn als reserviert. Mit der Zeit zeigt sich: Wer Freundschaft schließt, gewinnt sie oft fürs Leben. Finn:innen mögen persönlichen Freiraum, sind aber treue Freund:innen. Was hilft beim ersten Gespräch? Lerne ihre Sprache. Grammatikfehler sind nicht schlimm – die Menschen verstehen dich und schätzen den Versuch, ihre besondere Sprache zu sprechen. Mit der Zeit und Übung verbessern sich die Kenntnisse. Sprache ist ein zentrales Werkzeug für jede Einwanderung.

Philippinischer Einwanderer in Finnland
Ceasars erste und aufregendste Erinnerungen in Finnland entstanden auf dem Senatsplatz in Helsinki.

Besuche den Guide to Helsinki und erfahre, wie die Hauptstadtregion tickt.

Die Zukunft des finnischen Einwanderungssystems

Der jüngste Trend: Die Einwanderungsgesetze werden strenger. So könnten Einkommensgrenzen für Aufenthaltstitel steigen und weitere Anforderungen hinzukommen. Änderungen betreffen arbeits- und familienbasierte Einwanderung. Die Regierung diskutiert entsprechende Anpassungen.

Eines bleibt gleich: Finnland braucht zahlreiche Fachkräfte und Unternehmer:innen, um das Land voranzubringen und den Alltag am Laufen zu halten. Für diese Gruppen wird der Aufenthaltstitel voraussichtlich weiterhin relativ leicht oder sogar leichter zu bekommen sein. Für gering bezahlte Tätigkeiten dürfte es dagegen schwieriger oder unmöglich werden, einen arbeitsbezogenen Aufenthaltstitel zu erhalten.

Häufige Fragen

Darf ein Ausländer in Finnland arbeiten? 
Wenn eine Person EU-Bürger ist, ist keine Arbeitserlaubnis nötig. Nicht-EU-Bürger müssen einen passenden Aufenthaltstitel beantragen.
Ist Arbeiten mit einem Studentenvisum erlaubt? 
Rechtlich ist Teilzeitarbeit mit einem Studentenvisum möglich.
Wer kann nach Finnland einwandern? 
Jede Person, die die Anforderungen des finnischen Rechts erfüllt, kann einwandern. Die größten Hürden sind Jobsuche und Aufenthaltstitel. Z. B. gibt es Stellen für Pflegekräfte oder Ärzt.
innen 
als Verkäufer.
in sind die Chancen geringer. 
Können Einwanderer ihre Familie nach Finnland holen?
Das ist möglich, wenn ein regelmäßiges Einkommen die Lebenshaltungskosten der Familie deckt. 
Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt in Finnland?
Fast 3.600 Euro pro Monat vor Steuern. 
Ist das Leben in Finnland teuer?
Ja. Finnland hat einen hohen Lebensstandard. Mit einem sparsamen Lebensstil kommst du gut zurecht. 
Gibt es viele Einwanderer in Finnland?
Die Zahl steigt kontinuierlich. Besonders im Großraum Helsinki leben viele Einwanderer. Insgesamt ist ihr Anteil im Vergleich zu den Nachbarländern in Skandinavien noch niedrig. 
Übersteht ein Einwanderer den finnischen Winter?

Fazit

Wir geben keine Empfehlung, nach Finnland auszuwandern. Wenn du dich dafür entscheidest, triff eine wohlüberlegte Entscheidung und informiere dich gründlich zu deinen Zielorten. Wenn du bereits gewählt hast und mehr über das Land wissen möchtest, lies unsere Geschichte darüber, wie ein Expat das Leben nach dem Umzug nach Finnland erlebt hat.

Finnoy Travel beim Kanufahren im Nationalpark Nuuksio
Eine gute Work-Life-Balance ist ein wichtiger Faktor bei einem Umzug nach Finnland. Wir genießen Kanutouren an einem Sommerabend auf dem See Siikajärvi im Nationalpark Nuuksio.

Planst du, nach Finnland auszuwandern? Kommentiere unten. Oder tritt unserer Facebook-Gruppe Travelling and Living in Finland bei und diskutiere mit uns und anderen Mitgliedern.

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