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M/S Viking Glory im Test – eine moderne Kreuzfahrtfähre

Die öffentlichen Bereiche der Viking Glory sind stilvoll. Das Interieur setzt auf dunkle Töne und warmes Licht.
Wir waren Weihnachten 2024 mit der M/S Viking Glory unterwegs. Lies unseren Erfahrungsbericht, erfahre mehr über unsere Eindrücke und wirf einen Blick ins Innere des Schiffs.

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M/S Viking Glory

M/S Viking Glory ist das neueste Schiff von Viking Line und vielleicht die beste Fähre, die von Finnland aus verkehrt. Die Viking Glory verkehrt zwischen Turku und Stockholm und befördert fast 3.000 Passagiere sowie viel Fracht. Anders als ihr Vorgänger, die M/S Viking Grace, wurde die Viking Glory nicht in der Werft von Turku, sondern im chinesischen Xiamen gebaut. Zwar folgt die Gestaltung der Viking Glory der Linie der Viking Grace, doch das Interieur wurde in vielen Bereichen aufgewertet.

Viking Line setzt seine neuesten Schiffe typischerweise auf der Strecke Turku–Stockholm ein, weil sich die Route in weniger als 24 Stunden hin und zurück fahren lässt – das macht den Flotteneinsatz effizient. Die Viking Glory legt meist morgens von Turku nach Stockholm ab, gelegentlich gibt es jedoch Sonderfahrten. Für Reisende außerhalb Turkus ist die morgendliche Abfahrt schwer zu erreichen – der reguläre Fahrplan ist daher nicht für alle ideal.

Weihnachtsgebäck
Auf der Weihnachtskreuzfahrt gab es eine große Auswahl an Weihnachtsgebäck.

Unsere Fahrt mit der Viking Glory

Am Heiligabend 2024 fuhr die Viking Glory nach einem Sonderfahrplan, auch die Route wich vom Üblichen ab. Das Schiff legte mittags im Hafen von Turku ab, fuhr nach Långnäs und weiter nach Kapellskär. Von Kapellskär kehrte es am Weihnachtsmorgen nach Mariehamn zurück und lag dort mehrere Stunden, ein Aussteigen war möglich. Am Abend ging es zurück nach Turku. Diese praktische Sonderroute ermöglichte eine entspannte, etwas längere Kreuzfahrt.

In den folgenden Abschnitten schildern wir unsere Eindrücke vom Schiff.

Auffahrt auf die Fähre und erster Eindruck

Wir fuhren mit dem Auto an Bord. Viking Line verlangte nur 15 Euro fürs Parken auf dem Autodeck – günstiger als im Hafen. Am Heiligabend war der öffentliche Verkehr ohnehin umständlich, da war das direkte Auffahren besonders bequem. Auf regulären Fahrten dürfte das Parken an Bord vermutlich nicht möglich sein.

Autodeck
Auf der Weihnachtskreuzfahrt konnte man auf dem Autodeck des Schiffs parken.

Die Autofahrer checkten in der gut organisierten Warteschlange im Hafen ein. Insgesamt standen wir nur rund zehn Minuten an. Nach dem Ticketempfang fuhren wir aufs Autodeck, das geräumig und ordentlich war. Von dort ging es nur eine kurze Aufzugsfahrt hinauf in die Passagierbereiche.

Die Decks 3–5 der Viking Glory sind für Autos.

Weihnachtsbaum
Das Innere des Schiffs war weihnachtlich dekoriert.

Kabine

Die Kabinen der Viking Glory liegen auf den Decks 5–8. Unsere Kabine befand sich auf Deck 8.

Wir hatten eine Kabine der Klasse A gebucht. Aufgrund des jungen Schiffsalters waren unsere Erwartungen hoch. Wir gingen von einem tadellosen Zustand mit zeitgemäßen Design-Updates aus. Wir wurden enttäuscht: Die Kabine war sehr traditionell, von Upgrades war nichts zu sehen. An der Badtür gab es Druckstellen, an der Türklinke fehlten Schrauben, und der Temperaturbegrenzer der Dusche funktionierte nicht. Solche Mängel in einer neuen Schiffskabine waren eine unangenehme Überraschung.

Weniger gravierend: Die Kabine war klassisch funktional. Es gab vier Betten, eines davon ein Klappsofa. Außerdem standen ein kleiner Tisch, ein Fernseher und das erwähnte private Bad zur Verfügung. Geräumig war die Kabine nicht – typisch für Fähren zwischen Finnland und Schweden. Natürlich bietet das Schiff höherwertige Unterkünfte, deren Preis allerdings überraschend hoch ist.

Torget – der Treffpunkt des Schiffs

Die öffentlichen Bereiche des Schiffs wirkten deutlich stilvoller als die Kabine und waren in einwandfreiem Zustand. Auf Deck 9 war das Torget wohl der zentrale Treffpunkt mit kleiner Bühne, großer Leinwand und einer vielseitigen Café-Bar. Die Decke des Torget war nach oben geöffnet, sodass die Restaurantwelt Market im oberen Bereich sichtbar war. Die offene Gestaltung mit Spiegelflächen und stimmigem Licht ließ Torget und das darüberliegende Market großzügig und gemütlich wirken. Obwohl es zwei getrennte Bereiche sind, empfanden wir Torget und Market als ein großes Ganzes – vermutlich genau so gedacht.

Saltö Bakery
Saltö Bakery verkaufte im Torget köstliche Kaffeespezialitäten und Gebäck.
Torget-Café
Die Präsentation der Produkte im Café Saltö Bakery war beeindruckend.

Abends traten auf der Torget-Bühne Künstler auf.

Bildschirm und Market
Bühne und Bildschirm von Torget waren auch vom Market im Obergeschoss aus zu sehen.
Torget und Spiegelflächen
Der großzügige Einsatz von Spiegeln ließ Torget großzügig wirken.

Restaurants

Auf der Viking Glory gibt es mehrere Restaurants in unterschiedlichen Preisklassen. Das oberhalb des Torget gelegene Market folgt einem vertrauten Konzept: An mehreren Verkaufsstationen sind verschiedenste Speisen erhältlich. Dieses Modell funktioniert gut, wenn die Geschmäcker in der Gruppe auseinandergehen. Durch die Lage über dem Torget kann man beim Essen zugleich das Programm unten verfolgen.

Market
Der Market oberhalb von Torget war eine konventionelle, aber stilvolle Restaurantwelt.

Am Heck von Deck 9 lag das klassische Buffet-Restaurant, daneben Mimmi’s À-la-carte. Mimmi’s war rund um Weihnachten geschlossen; unseren Informationen nach gibt es dort unkomplizierte Gerichte à la carte. In unserem Fahrpreis waren das Abendbuffet und der Brunch am nächsten Morgen enthalten, daher aßen wir hauptsächlich im Buffet-Restaurant.

Eingang zum Buffet
Der Eingang zum Buffet befand sich vorn auf Deck 9.

Das Essen im Buffet war gut: viele Salate, warme Speisen und Desserts. Getränke, auch einfache alkoholische, waren im Preis inbegriffen. Zur Weihnachtszeit war das Angebot leicht weihnachtlich angehaucht, zum Glück gab es aber auch ganz normale Gerichte – nicht jeder mag klassisches Weihnachtsessen. Angesichts der vielen Gäste funktionierte das Buffet ordentlich, wenn auch nicht perfekt. Unklare Beschilderung und nicht optimal platzierte Ausgaben erschwerten den Fluss der Besucher.

Buffet
Das Buffet war ordentlich und ausreichend geräumig.

Auf Deck 11 befindet sich das wohl stilvollste À-la-carte-Restaurant des Schiffs, Kobba. Wir waren nur bis zur Tür, doch der Raum wirkte ruhig und bot großartige Meeresblicke. Kobba ist vermutlich die erste Adresse für ein Fine-Dining-Erlebnis an Bord der Viking Glory.

Entertainment und Nachtleben

Am Heck bildete der Vista Room Club das größte Entertainment-Zentrum des Schiffs – ein Nachtclub mit mehreren Bars und großer Bühne. Hohe Glasfronten krönten den Raum und öffneten den Blick aufs Meer. Im Dezember war das wegen der frühen Dunkelheit schwer zu genießen, aber im Sommer dürfte der Vista Room großartig wirken.

Hohe Fenster
Die hohen Fenster des Vista Room bringen viel Licht ins Schiff, besonders im Sommer.

Vista Room bot tagsüber viele Programmpunkte für alle Altersgruppen.

Getränke im Vista Room
Im Vista Room kann man das Bordprogramm bei einem Getränk genießen.
Vista Room
Obwohl der Vista Room ein Nachtclub war, war das Tagesprogramm für alle Altersgruppen geeignet.

Etwas hinter dem Vista Room versteckte sich die „Speakeasy“-Bar des Schiffs, Algoth’s. Klein, aber stilvoll. Wem das Programm im Vista Room nicht zusagte, fand in Algoth’s die ruhigere Alternative.

Algoth’s
Algoth’s war eine ruhige Bar im Speakeasy-Stil hinter dem Vista Room.

Ganz hinten, hinter Vista Room und Algoth’s, lag der Außenbereich Vista Deck. Wegen der Kälte war er im Dezember geschlossen. Im Sommer ist das Vista Deck wahrscheinlich ein geschützter Platz, um die Seeluft zu genießen.

Zwischen Vista Room und Vista Deck befand sich der Veranstaltungsbereich Vista Lounge.

Vista Lounge
Die Vista Lounge war ein etwas abgeschiedenerer Veranstaltungsraum zwischen Vista Room und Vista Deck.

Außendecks

Finnlands Klima ist für Außenbereiche an Bord nicht ideal, dennoch bietet die Viking Glory davon reichlich. Das erwähnte Vista Deck liegt achtern auf Deck 11. Auf Deck 12 befindet sich das große Sundeck mit vielen geschützten Außenflächen. An sonnigen Sommertagen ist das Sundeck der Place to be. Während unserer Fahrt waren dort nur wenige Menschen unterwegs; im Winter gibt es naturgemäß keine Services.

Ein Stuhl auf dem Sonnendeck
Das Sundeck war im Dezember nicht besonders einladend, im Sommer ist es jedoch ein großartiger Ort, um die Aussicht auf die Schären zu genießen.

Weitere Einrichtungen

An Bord gibt es einen großen Duty-free-Shop namens Shopping World. Er folgt dem bekannten Viking-Line-Konzept: überwiegend Süßwaren, Tabak, Alkohol und ausgewählte Modemarken. Praktisch, aber ohne Besonderheiten gegenüber ähnlichen Bordgeschäften. Die Preise waren angemessen, jedoch nicht außergewöhnlich günstig.

Über Weihnachten wurden die Konferenzräume in einen Kinderbereich umgewandelt. Die Räumlichkeiten wirkten hochwertig – insgesamt eine stilvolle Location für Tagungen.

Zur Entspannung gibt es das preiswerte Archipelago Spa & Wellness, das wir nicht getestet haben. Es liegt auf Deck 12 und bietet hervorragende Ausblicke aufs Meer. Laut Viking Line umfasst der Bereich verschiedene Saunen und Whirlpools. Behandlungen sind gegen Aufpreis erhältlich.

Spa-Eingang
Der Eingang zum Archipelago Spa

Service

An Bord gab es ein kostenloses, gut funktionierendes WLAN. Die Verbindung war unkompliziert, ohne umständliche Anmeldung. Das Netz funktionierte überall dort, wo wir es nutzten.

Die rund um die Uhr besetzte Rezeption half den Passagieren. Es standen Schließfächer zur Verfügung, auch wenn dieser Service wohl selten genutzt wird, da die meisten Reisenden eine Kabine haben. Am sinnvollsten sind die Schließfächer für Tagesgäste ohne Kabine.

Die Viking-Line-App hat sich weiterentwickelt: Reiseverlauf und Veranstaltungsprogramm lassen sich leicht verfolgen. Praktisch war auch das Öffnen der Kabinentür per App – Schlüssel bleiben schnell mal in der Kabine oder funktionieren gelegentlich nicht.

Unsere Bewertung des Schiffs

Wir bewerten die Viking Glory als Autofähre mit vier Sternen. Die öffentlichen Bereiche waren außergewöhnlich stilvoll und boten hochwertige Angebote. Unsere Kabine hingegen enttäuschte, ihr Standard passte nicht zum übrigen Schiff. Insgesamt beeindruckte das Schiff in vielerlei Hinsicht, lieferte aber nicht den Wow-Effekt, der für fünf Sterne nötig wäre.

Lohnt sich eine Anreise nach Turku für eine Kreuzfahrt?

Ja, das lohnt sich. Wir halten die Viking Glory für ein Sommer-Schiff und empfehlen eine Fahrt in der warmen Jahreszeit. Wegen des Fahrplans ist eine Hotelübernachtung am Vorabend ratsam. Außerdem verkehrt ab dem nahegelegenen Naantali ein neueres Schiff, die M/S Finncanopus. Sie ist zwar etwas kleiner als die Viking Glory, steht ihr qualitativ aber in nichts nach.

Schärenlandschaft
Die Schären vor Turku sind im Dezember nicht von ihrer besten Seite, aber dennoch schön.
Sundeck
Im Sommer empfehlen wir, Zeit auf dem großzügigen Sundeck der Viking Glory zu verbringen.

Fazit

Weihnachten an Bord der Viking Glory zu verbringen, war ein schönes Erlebnis. Das Schiff bot stilvolle, funktionale Umgebung zum Entspannen und freundlichen Service. Zwar schränkte der Winter die Nutzung der Außenbereiche ein, doch im Sommer hat das Schiff unserer Meinung nach deutlich mehr zu bieten. Wahrscheinlich kehren wir auf die Viking Glory zurück.

Die größte Stärke des Schiffs sind die gut gestalteten öffentlichen Bereiche. Die Restaurantauswahl ist vielfältig, sodass jeder etwas Passendes findet. Als erfahrene Reederei bringt Viking Line hochwertiges Entertainment an Bord.

Sind Sie schon mit der Viking Glory gefahren? Wie hat Ihnen das Schiff gefallen? Hinterlassen Sie unten einen Kommentar!

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Reiseziele: Finnland